Firmensteuern

Steuergrundsätze

Die Steuergrundsätze werden am Beispiel des Kantons Zug, einer der steuergünstigsten Kantone der Schweiz, dargestellt. 

Das Schweizer Steuersystem kennt drei Ebenen der direkten Besteuerung: direkte Bundessteuer, kantonale Steuern und Gemeindesteuern Die Steuergesetzgebung unterscheidet sich von Kanton zu Kanton. Auch das am 1.1.2002 in Kraft getretene Steuerharmonisierungsgesetz hatte nicht zum Ziel, dass alle Kantone identische Steuergesetze verabschieden. Daher obliegt die Festsetzung von Steuersätzen und Tarifen nach wie vor jedem Kanton. Unternehmen, die im Kanton Zug ansässig sind, genießen sehr attraktive Standortvorteile. Zug bietet zwar keine besonders niedrigen Steuersätze, aber ein wesentlicher Vorteil ist die unkomplizierte und unbürokratische Kommunikation zwischen den kantonalen Steuerbehörden und den Steuerzahlern.

Steuern des Bundes und der Kantone

Im Allgemeinen gilt, dass natürliche und juristische Personen steuerpflichtig sind, wenn sich ihr Geschäfts- oder Wohnsitz in Zug befindet. Unter bestimmten Umständen werden Vermögenswerte und Einkommen in Zug besteuert, auch wenn sich der Sitz der natürlichen oder juristischen Person außerhalb der Schweiz befindet. Dann empfiehlt es sich, zur Vermeidung der Doppelbesteuerung das maßgebliche Doppelbesteuerungsabkommen zu Rate zu ziehen.

Einkommens- und Kapitalsteuer

Alle Steuern, die direkten Steuern des Bundes, der Kantone und der Gemeinden, werden auf das Einkommen einer Gesellschaft erhoben. Kapital selbst unterliegt nur der Kantonal- und der Gemeindesteuer.

Die Steuersätze variieren je nach Rechtsform des Unternehmens. Es wird zwischen ordentlicher, Holding-, Domizil und gemischter Gesellschaft unterschieden. Der Kanton Zug bietet den drei Letztgenannten Steuervorteile. Ordentliche Gesellschaften, die in Handel, Fertigung oder Dienstleistung aktiv sind, unterliegen in Zug der regulären Besteuerung. Besteuert werden:

  • der zu versteuernde Nettogewinn
  • der eingezahlte Anteil oder das Stammkapital
  • offengelegte und zu versteuernde stille Reserven

Kapital und Rücklagen

  • Gewinn 0 %
  • direkte Bundessteuer 8,5 %
  • Kantonalsteuer 0,5 %
  • einfache Gemeindesteuer 4 % auf den Gewinn

Bis zu 100.000 CHF  6,75 % (ab 2011: 6,5 %) auf Gewinne über 100.000 CHF

Steuervorteile

Die Steuergesetzgebung des Kantons Zug bietet bestimmten Arten von Körperschaften, je nach ihren Geschäftstätigkeiten, Steuervorteile.

Holdinggesellschaften

Holdinggesellschaften sind Gesellschaften, die in der Schweiz keine Geschäftstätigkeit ausüben, sondern die laufenden Beteiligungen an anderen Gesellschaften verwalten. Diese Beteiligungen müssen mindestens 2/3 der Aktiva darstellen. Holdinggesellschaften sind von der kantonalen Einkommensteuer befreit und zahlen eine ermäßigte Kapitalsteuer. Auf Bundesebene kann eine Steuerminderung (Teilnahmeabzug) geltend gemacht werden. 

  • Kapital und Rücklagen:
  • Gewinn 0 %
  • direkte Bundessteuer 8,5 %
  • Kanton 0,2 %
  • Gemeinde 0,2 %

Investmentgesellschaften

Ähnlich wie auf Bundesebene wird auch auf Kantonsebene eine Steuerermäßigung für beträchtliche Beteiligungen an Drittunternehmen gewährt. 

Verwaltungsgesellschaften

Verwaltungsgesellschaften sind entweder Domizil- oder Mischgesellschaften. Domizilgesellschaften haben lediglich ihren Geschäftssitz im Kanton Zug, üben aber in der Schweiz keine Geschäftstätigkeit aus.

Gemischte Gesellschaften

Gemischte Gesellschaften sind Gesellschaften ausländischer Unternehmen, die in erster Linie im Ausland tätig sind. Die Geschäftstätigkeit muss zum Großteil, etwa 80 % des Umsatzes, außerhalb der Schweiz erfolgen.

Einkommensteuer wird auf den zu versteuernden Nettogewinn einer Mischgesellschaft erhoben. Zu versteuern sind:

  • Einkommen aus inländischen Beteiligungen (Zinsen, Dividenden, Kapitalgewinne)
  • Einkommen aus immateriellen Werten (Lizenzen, Marken) in der Schweiz (max. 20 %)
  • Einkommen aus inländischen Handelsgeschäften (max. 20 %)
  • Über das Doppelbesteuerungsabkommen geschütztes Einkommen (Zinsen, Tantiemen), das in der Schweiz zu versteuern ist
  • Einkommen aus Immobilien in der Schweiz (hypothetischer Vermietungswert)

Einkommen, das außerhalb der Schweiz generiert wird, wird je nach Anzahl der Vollzeitbeschäftigten besteuert.

  • Bis max. 5 Mitarbeiter 10 %
  • 6 bis 10 Mitarbeiter 15%
  • 11 bis 30 Mitarbeiter 20%
  • Mehr als 30 Mitarbeiter 25 %

Nettoerlöse aus bestimmten Beteiligungen (gemäß § 67 Steuergesetz) sind steuerfrei. 

Steuersätze

Einkommensteuer

Für die ersten 100.00 CHF: 4 %
Einkommen von mehr als 100.000 CHF: 6,75 % (6,5 % ab 2011)

Kapitalsteuer

Eigenkapital, Aktienkapital, Stammkapital und Kapital bilden die Besteuerungsgrundlage. Der Kapitalsteuersatz ist 0,01 % des sog. steuerbaren Eigenkapitals, jedoch mindestens 250 CHF, multipliziert mit dem jeweiligen Kantons- und Gemeindemultiplikator.

Prinzipalgesellschaften

Prinzipalgesellschaften handeln auf Provisionsbasis. Sie können für Geschäfte, die außerhalb der Schweiz getätigt werden, auf Bundesebene einen Steuerabzug beantragen.

Verrechnungssteuer

Der ausgeschüttete Unternehmensgewinn unterliegt der Verrechnungssteuer (einer Steuer des Bundes) mit einem Satz von 35 %. Diese Steuer wird an der Quelle erhoben und eine Erstattung hängt davon ab, ob ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und dem Land des Wohnsitzes besteht.

Mehrwertsteuer

Die Lieferung von Waren bzw. die Erbringung von Dienstleistungen unterliegt der Mehrwertsteuer, die auf den Nettoumsatz erhoben wird. Der Mehrwertsteuerpflicht beginnt, wenn der einheimische Bruttoumsatz über 75.000 CHF / Jahr liegt. Der Steuersatz beträgt 7,6 %, für bestimmte Waren gilt der ermäßigte Satz von 2,4 %. Umsätze aus der überseeischen Lieferung von Waren und Erbringung von Dienstleistungen ist umsatzsteuerfrei.

Doppelbesteuerungsabkommen

Die Schweiz hat Doppelbesteuerungsabkommen mit mehreren Industrieländern abgeschlossen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

Die Doppelbesteuerungsabkommen decken die folgenden Aspekte ab:

  • Steuerbefreiung von Gewinnen aus Niederlassungen im Partnerland
  • Erstattung von Quellensteuern
  • Besteuerung von Tantiemen und Lizenzgebühren
  • Steuervergünstigungen für Unternehmen

Das Steuerharmonisierungsgesetz des Bundes und die Steuergesetze des Kantons Zug erlauben Steuervergünstigungen. Entscheidungen in Bezug auf Steuervergünstigungen werden von der Regierung des Kantons Zug gefällt und betreffen sowohl Kantonal- als auch Gemeindesteuern.
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